Brot

Von damals bis heute

Im alten Ägypten – Brot als Nahrungs- und Zahlmittel

Die Brotbackkunst begann bereits vor 5000 Jahren im alten Ägypten. Brot war nicht nur das wichtigste und am weitesten verbreitetste Nahrungsmittel, sondern zugleich auch Naturalzahlmittel. Beamte bekamen beispielsweise einen Lohn von 900 Weiß- und 36.000 Aschebroten pro Jahr, 400 Asche- und zehn Weißbrote mussten als Steuer abgeführt werden. Der Hofbäcker war einer der einflussreichsten Beamten am Palast des Pharaos. Und auch als Grabbeigabe begleitete das Brot die Toten auf ihrem Weg.

Griechenland – über 70 Brotsorten

Erst ab 500 v. Chr. wurde das Brot im alten Griechenland vom festtäglichen Leckerbissen zum allgemeinen Nahrungsmittel, als Brotbacken als Handwerk erlaubt wurde. Die Griechen kannten bereits verschiedene Arten der Sauerteigherstellung und über 70 Brotsorten. Als Lockerungmittel verwendeten sie Soda und Traubensaft und fügten bestimmte Zutaten wie Honigmet, Feigen, Myhrre, Essig, Honig oder Milch hinzu.

Brot im alten Rom

Die Römer lernten Brot durch griechische Sklaven kennen. Bei den Sorten bevorzugten sie klar das Weizenbrot – Gladiatoren bekamen es als „Kraftfutter“, Soldaten wurden mit Gerstenbrot bestraft. Die Bedeutung des Brotes zu dieser Zeit war enorm: Jede militärische Einheit führte eine eigenen Getreidemühle mit, um daraus Brot zu bereiten. Im Laufe des 2. Jahrhunderts etablierte sich in Rom der Stand des Berufsbäckers. Die erste Berufsvereinigung ist aus der Regierungszeit des Kaisers Augustus bekannt. Im 4. Jahrhundert n. Chr. existierten in Rom allein 250 staatliche Bäckereien.

Germanen und Goten

Im 6. Jahrhundert n. Chr. gab es bei den Germanen und Goten den Berufsstand des Bäckers nicht – es ist unklar, von wem sie das Handwerk erlernt hatten. Die häufigsten Brotarten waren Gersten- und Roggenbrot. Im 10. Jahrhundert entstanden die ersten Zünfte, im 12. Jahrhundert waren sie schon weit verbreitet. Backordnungen wurden erlassen, der Nachschub an Korn geregelt und Kornhäuser erbaut.

Das Mittelalter

Im Laufe des Mittelalters wurden mehr und mehr Vorschriften erlassen – Backzeiten und –tage wurden festgelegt und die Anforderungen an das Brot stiegen enorm. Mit der Entdeckung der Welt und dem Beginn der Neuzeit, lernten die Europäer neue Nahrungsmittel wie etwa Mais oder Kartoffel kennen und die Ernährungsgewohnheiten änderten sich. Über einen langen Zeitraum hnweg war Brot unsere Hauptquelle, wenn es um die Versorgung mit lebensnotwendigen Nährstoffen ging. Inzwischen hat sich seine Bedeutung von der „Brotmahlzeit“ zur „Unterlage“ oder Beikost entwickelt.

Ägypter – die ältesten Brotesser. Im alten Ägypten betrug der tägliche Brotverbrauch ca. 700 Gramm.
Rom – damalige Großbäckereien kannten bereits zweistöckige Backöfen.